
Edelmetalle für Trauringe
Gold, Platin, Palladium oder Silber: Das Material beeinflusst nicht nur die Farbe eines Rings. Es bestimmt auch sein Gewicht, sein Tragegefühl und die Art, wie er sich im Alltag verändert.
Hier bekommt ihr eine erste Orientierung. Welches Edelmetall wirklich zu euch passt, lässt sich anschließend am besten beim Anprobieren herausfinden.
Nicht nur eine Frage der Farbe
Zwei Ringe können auf den ersten Blick ähnlich aussehen und sich am Finger trotzdem ganz unterschiedlich anfühlen. Manche Menschen mögen ein deutlich spürbares Gewicht. Andere wünschen sich einen möglichst leichten Ring. Auch Hautverträglichkeit, Pflege, Alltag und Budget spielen bei der Auswahl eine Rolle.
Deshalb gibt es nicht das eine beste Edelmetall für alle. Entscheidend ist, welches Material zu euch, euren Händen und eurem Leben passt.
Gewicht, Härte und Farbe hängen immer auch von der genauen Legierung, der Ringbreite und der Gestaltung ab. Die Übersicht dient deshalb als erste Orientierung.
Gold
Viele Farben. Viele Möglichkeiten.
Gold gehört zu den bekanntesten Materialien für Trauringe. In seiner reinen Form, als sogenanntes Feingold, ist es für den Alltag jedoch zu weich. Deshalb wird es mit anderen Metallen gemischt. Diese Legierungen machen das Material besser für Ringe geeignet und ermöglichen unterschiedliche Farbtöne.
Gelbgold bleibt dem natürlichen Goldton am nächsten. Ein höherer Kupferanteil lässt Rotgold oder das etwas sanftere Roségold entstehen. Für Weißgold wird Gold mit helleren Metallen legiert. Häufig erhält die Oberfläche zusätzlich eine Rhodiumschicht, die für einen besonders hellen Farbton sorgt und später erneuert werden kann.
Gold besitzt ein angenehm spürbares Gewicht, ist aber leichter als ein vergleichbarer Ring aus Platin. Wie satt oder zurückhaltend sich der Ring anfühlt, hängt außerdem von seiner Breite, Stärke und Innenform ab.
Was bedeuten 333, 585 und 750?
Die Zahl im Ring gibt an, wie hoch der Anteil an Feingold in der Legierung ist.
- 999
Nahezu reines Gold. Für klassische Trauringe wegen seiner Weichheit eher unüblich. - 750
75 Prozent Feingold, entsprechend 18 Karat. - 585
58,5 Prozent Feingold, entsprechend 14 Karat. - 333
33,3 Prozent Feingold, entsprechend rund 8 Karat.
Ein höherer Goldanteil bedeutet nicht automatisch, dass ein Ring für jedes Paar besser geeignet ist. Farbe, Härte, Gewicht, Gestaltung und Budget sollten immer gemeinsam betrachtet werden. Die Feinheitsangaben 750 und 585 stehen für 75 beziehungsweise 58,5 Prozent Goldanteil; 24 Karat bezeichnet nahezu reines Gold.
Welcher Goldton passt zu euch?

Goldfarben wirken auf jeder Haut etwas anders. Deshalb lohnt es sich, Gelbgold, Roségold und Weißgold direkt am eigenen Finger anzusehen. Oft entsteht dabei schnell ein klareres Gefühl dafür, welcher Ton stimmig wirkt.
Platin
Natürlich hell. Spürbar beständig.
Platin besitzt von Natur aus einen hellen, leicht grauen Farbton. Anders als bei häufig rhodiniertem Weißgold ist keine helle Oberflächenbeschichtung nötig, um seine grundsätzliche Farbe zu erhalten.
Es ist besonders dicht. Ein Ring aus Platin fühlt sich deshalb deutlich schwerer und satter an als ein vergleichbarer Ring aus Gold, Silber oder Palladium. Viele Menschen mögen genau dieses spürbare Gewicht. Andere empfinden einen leichteren Ring als angenehmer – deshalb sollte Platin immer anprobiert werden.
Platin ist sehr widerstandsfähig und verschleißfest. Trotzdem bleibt auch ein Platinring nicht ohne Gebrauchsspuren. Mit der Zeit entsteht eine natürliche Patina, die zum getragenen Ring gehört. Die Oberfläche kann bei Bedarf fachgerecht aufgearbeitet werden.
Das Material gilt zudem als gut verträglich und ist deshalb häufig eine interessante Möglichkeit für Menschen mit empfindlicher Haut.
Gewichtsgefühl
Platin sieht zurückhaltend aus, ist am Finger aber deutlich präsent.
Palladium
Hell wie Platin. Deutlich leichter.
Palladium gehört zur Platingruppe und besitzt einen natürlichen silberweißen Farbton. Es läuft nicht an und wird sowohl als eigenständiges Ringmaterial als auch zur Herstellung bestimmter Weißgoldlegierungen verwendet.
Der größte spürbare Unterschied zu Platin liegt im Gewicht: Palladium ist deutlich leichter. Es eignet sich deshalb für Menschen, die einen hellen und widerstandsfähigen Ring mögen, aber kein besonders schweres Tragegefühl wünschen.
Palladium gilt als robust und gut verträglich. Auch hier entstehen im Alltag Gebrauchsspuren – wie bei jedem Edelmetall.
Ob Palladium für eure Wunschgestaltung verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Hersteller und Ringmodell ab. Das lässt sich am besten anhand der konkreten Auswahl klären.

Silber
Hell, leicht und etwas pflegeintensiver.
Reines Silber ist sehr weich. Für Schmuck wird deshalb häufig Sterlingsilber verwendet. Es besteht zu 92,5 Prozent aus Silber und wird meist mit Kupfer legiert, um es widerstandsfähiger zu machen.
Silber besitzt einen hellen, eher kühlen Farbton und ist deutlich leichter als Gold oder Platin. Wer einen kaum spürbaren Ring bevorzugt, kann dieses geringe Gewicht als angenehm empfinden.
Im täglichen Gebrauch zeigt Silber allerdings schneller Kratzer und kann sich bei stärkerer Belastung eher verformen. Außerdem kann die Oberfläche mit der Zeit anlaufen. Sie lässt sich reinigen und aufarbeiten, braucht aber etwas mehr Aufmerksamkeit.
Für Trauringe ist Silber deshalb nicht immer unsere erste Empfehlung. Es kann trotzdem passend sein, wenn ihr den hellen Farbton und das leichte Tragegefühl mögt und euch der höhere Pflegebedarf bewusst ist.
Gut zu wissen:
Silber ist nicht „schlechter“. Es bringt lediglich andere Eigenschaften mit. Entscheidend ist, ob diese zu eurem Alltag und euren Erwartungen passen.
Legierungen
Warum Edelmetalle gemischt werden.
Für Trauringe werden Edelmetalle nur selten in völlig reiner Form verarbeitet. Reines Gold und Silber wären für den täglichen Gebrauch zu weich. Auch bei Platin und Palladium wird die Zusammensetzung so abgestimmt, dass sich das Material gut verarbeiten lässt und die gewünschten Eigenschaften für einen Ring erhält.
Eine Legierung ist eine gezielte Mischung verschiedener Metalle. Sie beeinflusst die Farbe, die Widerstandsfähigkeit, das Gewicht und auch den Preis eines Rings. So entstehen beispielsweise die verschiedenen Goldtöne: Ein höherer Kupferanteil sorgt für wärmere Rosé- und Rottöne, während helle Legierungsbestandteile für Weißgold verwendet werden.
Eine Legierung ist deshalb kein Zeichen für geringere Qualität. Entscheidend ist, wie sie zusammengesetzt ist und ob ihre Eigenschaften zu eurem Alltag, eurem Tragegefühl und der gewünschten Gestaltung passen.
Welche Legierung für einen konkreten Ring verwendet wird, kann je nach Hersteller und Modell unterschiedlich sein. In der Beratung erklären wir euch deshalb nicht nur, welches Edelmetall vor euch liegt, sondern auch, was seine Zusammensetzung für das tägliche Tragen bedeutet.